May 22, 2024

The campaign is happy to be trialling it in the UK

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Nach Abschluss eines Pilotprojekts für eine Vier-Tage-Arbeitswoche bei vollem Lohnausgleich in Großbritannien zeigen sich die Initiatoren zufrieden. 61 mittelständische Unternehmen mit insgesamt 2900 Mitarbeitern hatten an dem sechsmonatigen Experiment teilgenommen. Fast alle wollen vorerst bei der Viertagewoche bleiben, meldete die Kampagne „4 Day Week Global“ am Dienstag. Nur fünf Unternehmen schieden definitiv aus. Die meisten äußerten sich zufrieden mit den Ergebnissen. Die Formel des Experiments lautet „100 Prozent Lohn, 80 Prozent Arbeitszeit, bei Zusage zur Erreichung von 100 Prozent Output“.

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Der Cambridge-Soziologe Brendan Burchell sagte, viele haben zunächst gezweifelt, ob sie eine Steigerung der Produktivität sehen würden, die die kürzere Arbeitszeit ausgleiche. „Aber genau das haben wir festgestellt“, beteuerte er. Juliet Schor vom Boston College in den USA gab zu, dass sie nicht exakt wissen, wie die Produktivität sich entwickelt habe. Aber die Umsätze der Unternehmen seien gut. Allerdings habe weniger als die Hälfte Geschäftszahlen geliefert.

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„Gesamtwirtschaftlich halte ich das nicht für realistisch“

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Ganz überwiegend zufrieden waren die Mitarbeiter. In einer Befragung berichteten sie von weniger Stress und weniger negativen Gefühlen bei einer Viertagewoche. Ein Drittel sagte, dass ihre Gesundheit besser sei. Teilnehmer an dem Pilotprojekt waren vor allem kleine und mittlere Unternehmen aus verschiedenen Branchen, darunter Dienstleister, Berater sowie ein alternatives Finanzinstitut, aber auch ein Fish-&-Chips-Laden. Zuvor hatte die Kampagne „4 Day Week Global“ schon mit einer kleineren Zahl von Unternehmen in Irland und den USA Pilotprojekte durchgeführt.

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Auch in Deutschland wünschen sich Umfragen zufolge viele Menschen eine Viertagewoche bei gleichem Lohn und gleicher Leistung. Fachleute sind jedoch skeptisch, dass das in großem Umfang funktioniert. „Gesamtwirtschaftlich halte ich das nicht für realistisch“, sagt Enzo Weber vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) in Nürnberg. Denn dann müsse die Produktivität um 25 Prozent steigen, rechnet er vor – allein dadurch, dass die Menschen weniger arbeiten. „Es gibt keine Evidenz dafür, dass das möglich ist.“ Zwar würden Menschen tatsächlich unproduktiver, wenn sie deutlich zu lange arbeiten, sagt Weber. „Dieser Punkt ist bei einer normalen Vollzeitstelle mit weniger als 40 Stunden aber üblicherweise noch nicht erreicht.“

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Weber hat außerdem Zweifel an der Aussagekraft des britischen Pilotprojektes. So haben sich die teilnehmenden Unternehmen und Beschäftigten selbst für das Projekt gemeldet – wer keine Lust oder nicht die Möglichkeiten für eine Viertagewoche habe, sei unterrepräsentiert. Zudem werde den Unternehmen sehr viel Unterstützung angeboten, durch die Prozesse und Abläufe hinterfragt und neu organisiert werden. In einer isländischen Studie habe zum Beispiel ein Unternehmen festgestellt, dass einige Aufgaben von Chatbots übernommen werden können. Weber sagt: „Besser organisieren lässt sich eigentlich immer. Das hängt aber nicht von der Zahl der Arbeitstage ab.“

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Er selbst sei kein Gegner der Viertagewoche, betont Weber. Aus seiner Sicht müssten die Menschen aber individuell und selbstbestimmt entscheiden dürfen, wie viel sie arbeiten. Das dürfe für sie dann auch keinen Nachteil im Unternehmen haben.

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